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Dekadenblick … Frühstück im Bett

P1090874“Liebling, Frühstück ist fertig!”

“Oh, wir frühstücken im Bett!”

Leider wissen wir nicht, ob dieser morgendliche Dialog zum weiteren Wohlbefinden beiträgt und einen harmonischen Tagesablauf garantiert, denn beim Frühstück sind die “Geschmäcker” wirklich sehr unterschiedlich.

Dabei geht es um das Wo (Tisch oder Bett?), das Wie (angekleidet oder im Pyjama?) und das Was. Den einen reicht ein Becher Joghurt, andere vertilgen zum Tagesbeginn ganz allein eine warme Mahlzeit für vier Personen.

Unser Dekadenblick  wirft ein kleines Schlaglicht auf unsere ganz persönlichen Vorlieben.

DSC04644Ein guter Tag beginnt mit einem Bettfrühstück. Es muss nicht unbedingt im Bett stattfinden, auch eine Couch oder ein Sessel mit Fußhocker sind geeignet. Wichtig ist nur, dass es sich um ein Möbel handelt, auf dem die Bettfrühstückerin eine halb-liegende Position einnehmen kann. Zum Bettfrühstück gehören viele Kissen, mollige Decken und ein Betttablett. Darauf steht eine Schale mit Milchkaffee. Daneben liegen im besten Fall eine regionale und eine überregionale Tageszeitung.

Ein sehr guter Tag beginnt mit einem Bettfrühstück, das man serviert bekommt. Zum Beispiel in einem Hotelzimmer, an dessen Tür eine Kellnerin klopft, die diskret den zerknitterten Pyjama des Gastes übersieht und ein reichlich bestücktes Tablett auf dem Bett platziert. In Frankreich gibt es diese Art von Frühstück in jedem 1-Sterne-Hotel. Deshalb und weil Baguette auf dem Tablett liegt, ist Frankreich das Frühstücks-Paradies. Eigentlich sollte man nur in Frankreich frühstücken und die Mahlzeit ausfallen lassen, wenn man gerade woanders ist.

Zum Leben gehören leider auch schlechte Tage. An ihnen quält man sich nach dem Aufwachen schlaftrunken in die Küche, deckt einen Tisch ein und zwingt seinen armen Körper in einen Stuhl. Das ist widernatürlich. Es bedeutet, frühmorgens den Rücken zu strecken, die Leibesmitte in einen 90 Grad- Winkel zu pressen und die Füße wie Fremdkörper auf dem Boden abzustellen.

Schlechte Tage sind ein Zuckerschlecken gegen sehr schlechte Tage. Diese beginnen mit einem Kälte- und Nassschock in der Dusche und münden in ein Tischfrühstück in Gesellschaft von Menschen, vor denen man seine Morgenrituale verbergen möchte. Also muss man schon zur Unzeit reden. Das Frühstück kann man dabei vergessen. Den Tag auch. Also legt man sich am besten gleich wieder ins Bett.

Falls Sie sich fragen, welche Rolle eigentlich Männer beim Bettfrühstück spielen, hier die Antwort: KEINE! Männer können kein Bettfrühstück. Sie stören sich zu sehr an den Krümeln. Ihnen fehlen Ruhe und Muße für diesen Auftakt. Und unter uns gesagt: Hätten sie sie, also wären sie genauso müßiggängerisch wie wir selbst, würden wir sie als Co-Bettfrühstücker nicht ernsthaft in Betracht ziehen.

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Zeit zum Schummeln. So! Fruehstueck im Bett ist naemlich gar nicht so mein Ding. Ja, ja, ich weiss: etwas unverstaendlich. Aber es ist so: meistens kann ich mir schoenere Dinge vorstellen. Ich habe wohl, wie man so sagt, Hummeln im Hintern. Und so bin ich meistens lieber früh auf und unterwegs – und dafuer gibt es zur Staerkung Haferflocken mit Bananen in Mandel- oder Reismilch. So kann fuer mich der Tag eigentlich immer starten.

Wenn schon Fruehstueck im Bett, dann bitte mit Aussicht. Und genau hier kommt nun meine Schummelei ins Spiel: ich stelle euch heute einfach meine schoensten “Bettfruehstuecks-Aussichten” vor:

  1. In der Stadtkategorie gibt es zwei Favoriten: Blick ueber New York oder Hong Kong. Ty Warner Penthouse im Four Seasons oder Presidential Suite im InterContinental anyone? Awwww …
  2. Blick auf die Virunga Vulkane und die Seen Bulera und Ruhonda. Mein ultimativer Abenteurer-Traum in der Virunga Lodge in Ruanda. Siehe auch hier.
  3. Fischige Aussichten und Poseidon laesst gruessen im Unterwasser-Resort. Unglaublich!
  4. Infinity auf St Lucia.
  5. Mitten im Wald im Baumhaus.
  6. Auf Bora Bora direkt ins Meer vom Overwater Bungalow – da kann man sich die Fruehstueckspfunde gleich wieder abtrainieren.
  7. In den schottischen Highlands die unwirkliche Landschaft auf der Isle of Skye geniessen.
  8. Leben wie ein Sultan im Riad Kniza Marrakech.

Und bei diesen Aussichten am besten ein Bagel mit Lachs. Und/oder ein Croissant mit wunderbarer selbstgemachter Marmelade. Und frische Erdbeeren mit Quark. Champagner macht sich auch gut. So kann selbst ich es dann und wann beim Bettfruehstueck aushalten. Vor allem, wenn es von einem schicken Herren serviert wird. Wobei in Schottland eher klassisch ein paar kippers, haggis und vielleicht auch etwas blood pudding serviert werden sollten – wenn schon schottish, dann aber auch richtig. Und dazu am besten die neuste Ausgabe vom Lonely Planet Traveller Magazin. Kommt jeden Monat direkt ins Haus, und laesst auch bei weniger schoenen Aussichten zumindest gedanklich in ihnen schwelgen.

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Frühstück und Nachtisch sind meine liebsten Mahlzeiten. Für mich gibt es nichts Schöneres als morgens endlos lange zu schlafen und dann so gegen Mittag in Nachthemd und Morgenmantel an der reichlichst gedeckten Tafel Platz zu nehmen.

Dort möchte ich dann gerne Steinofenkürbiskernbrötchen vorfinden, Mini-Ciabatta und Croissants. Hart gekochte Eier, Männer-Rührei (mit viel Speck und Zwiebeln) und Frauen-Rührei (ohne alles, als kleines Omelett serviert, mit einem Hauch rosa Pfeffer). Lachs mit Meerrettich. Rashers aus dem Backofen (so heißen die gerösteten Speckscheiben, die man in England zum Frühstück serviert bekommt). Warmen Porridge mit Himbeeren. Rosécremant aus dem Elsaß. Grapefruitsaft. Latte Macchiato. Milky Oolong Tee. Assam Tee mit einem Hauch warmer Milch serviert. Quark, Honig und Marmeladen: Erdbeer-Vanille-Samt von Schwartau, die Apfel-Zimt-Weihnachtsmarmelade von meiner Mutter und die Traubenmarmelade und das Quittengelee meiner Schwiegermutter, die Reine Fruchtkonfitüre Heidelbeere nur mit Apfelsaft gesüßt von Staud’s aus Wien. Frische Paprika. Fleischwurst mit scharfem Senf. Hirschsalami aus der Provence. Ribeaupierre Ziegenkäse.
Jeder kann aufstehen, wann er mag, und sich dazu setzen und mitlachen und erzählen und den Tag planen, wenn er möchte.

Ich übertreibe nicht: so sieht es bei uns fast jeden Sonntag aus und es versteht sich von selbst, dass dieses Frühstücksritual im Bett schon allein aus Platzgründen nicht möglich ist. Und das Highlight kommt zum Schluss: dann geht es nämlich noch mal ins Bett. Für mich der Inbegriff von Wochenend-Gemütlichkeit.

Frühstück, finde ich, will inszeniert werden. Aber nicht im Bett, sondern danach und davor.

Profilbild (Mittel)Frühstück im Bett – in welchem auch immer – ist mir viel zu wackelig, zu kippelig, zu krümelig,  zu ungewaschen, zu bettlägrig… Ich flüchte schnell ins Badezimmer und hoffe dann auf einen reich gedeckten Frühstücks-tisch, der mit allen vier Beinen fest auf dem Boden steht! Die Zeitung kann ausgebreitet werden und eine große Kanne Kaffee vertreibt die Müdigkeit! Mein Frühstückssessel ist bequem, ich habe eine feste Lehne im Rücken und rutsche nicht mehr ab ins Land der Träume. Ich will auch nicht sprechen. Den Frühstück-im-Bett-Gutschein würde ich gern eintauschen für das unsittliche Angebot eines Essens-auf-dem-Sofa-am-Abend !Mit alkoholischem Getränk, bitte. Meinetwegen auch mit Gespräch…

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