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Dekadenblick … Die Farbe Lila

Foto 1Italienerinnen sind angeblich besonders abergläubisch und fest davon überzeugt, dass die Farbe „Lila“ Unglück bringt. Und ausgerechnet die Designerin Alessandra Facchinetti zeigt in ihrer ersten Tod´s Kleiderkollektion Herbst/Winter 2015 auf Teppichboden mit lila-blauem Muster keine Angst vor Lila, kombiniert mutig mit Weinrot, viel Leder und weißem Kunstfell! Wir vier wollten es genauer wissen und haben uns umgesehen :

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Schon in der Ansicht und erst recht bei der genaueren Sichtung dieser Ergebnisse zeigt sich die ganze „Palette“ der Einstellungen zu dieser Farbe, die, wie keine andere die Gemüter spaltet! Sehr wahrscheinlich gilt das auch für uns Iknmlo-Bloggerinnen und unsere persönlichen Erfahrungen und speziellen Begegnungen mit den lila Momenten oder ganz besonderen Lila-Laune-Bären! Natürlich glauben wir alle, dass die wahre Kuh lila ist, das Veilchen im Grase bescheiden und uns die letzten Versuchungen entweder noch bevor stehen oder sogar erspart bleiben!

DSC04644Lila ist eine komplizierte Farbe. Sie  braucht besondere Texturen. Ein tiefes Brombeer-Lila ist besonders elegant auf Samt. Auf Strick erzeugt es nur ein müdes Gähnen. Ein zartes, ins Pastellige gehendes Lila strahlt am besten auf schimmernden Oberflächen wie Chintz und Seide. Auf billigem Acryl denkt man an ein Treffen von Barbie mit Barbarella.

Für mich ist Lila die Farbe der geheimnisvollen, nicht leicht fassbaren Orte. Lecce in Süditalien, Kathmandu, Buenos Aires, Marrakesch. Zartlila, das ist der Frühling in Japan. Das sind farbsprühende Azaleentäler und Rhododendronwälder in Kyoto, Wellen von Fuchsia, Pink, Lachsrosa und Fliederlila.

Lila ist ein Menu. Schlehenlikör mit Prosecco zum Apéritif. Salat aus Radiccioblättern mit Feigen, Himbeeren, Büffel-Mozzarella und Veilchenessig. Zum Hauptgang Angelkabeljau zu einem Pürée aus roter Beete und Pastinakken, garniert mit Malvenblüten. Blaubeertarte. Ein Gläschen Zwetschgenschnaps als Absacker.

Es gibt sogar Menschen, die lila sind. Frida Kahlo gehört zu ihnen, Ives St. Laurant, Diana Vreeland und Carla Bruni. Sie haben große Egos, sind kompliziert, eigensinnig und sehr anstrengend, aber niemals langweilig.

tanja2Zur Farbe Lila kann es nur eine Antwort geben: Jenny Joseph’s Gedicht ‘Warning’!

Warning

When I am an old woman I shall wear purple
With a red hat which doesn’t go, and doesn’t suit me.
And I shall spend my pension on brandy and summer gloves
And satin sandals, and say we’ve no money for butter.
I shall sit down on the pavement when I’m tired
And gobble up samples in shops and press alarm bells
And run my stick along the public railings
And make up for the sobriety of my youth.
I shall go out in my slippers in the rain
And pick flowers in other people’s gardens
And learn to spit.

You can wear terrible shirts and grow more fat
And eat three pounds of sausages at a go
Or only bread and pickle for a week
And hoard pens and pencils and beermats and things in boxes.

But now we must have clothes that keep us dry
And pay our rent and not swear in the street
And set a good example for the children.
We must have friends to dinner and read the papers.

But maybe I ought to practice a little now?
So people who know me are not too shocked and surprised
When suddenly I am old, and start to wear purple.

Und immer noch am liebsten in der Homage an die Fabulous Fashionistas.

DSC04646Ich lebe in der Stadt. In einer ziemlich großen Stadt. Und ich lebe mitten drin. Ich liebe das. Mein Lieblingsitaliener, Cocktailbars und Kölschkneipen sind nur ein paar Schritte entfernt. Ich kann mich zwischen fünf Kinos entscheiden und einkaufen, was immer mein Herz begehrt. In fünf Minuten bin ich im Volksgarten oder am Rhein. Wenn die ersten Sonnenstrahlen den Asphalt erwärmen, sitze ich im Café. Ich muss keinen Garten umgraben, keine Terrassenmöbel streichen und keinen Teich von Algen befreien. Ich jogge um den Aachener Weiher, wenn mir nach frischer Luft ist. Wenn ich die armen Vorstädter in ihren Vorgärten ackern sehe, bekomme ich Mitleid. Mein Großstadtleben finde ich ziemlich perfekt für mich.

Und doch fehlt mir etwas zum Glück und das hat mit der Farbe Lila zu tun.
Meine erste Assoziation zu „Lila“ sind die Lavendelfelder der Provence. Eine Farbe, so tief und so ungewöhnlich wie sie nur die Natur schaffen kann. Ein Kraut, das Sehnsucht weckt. Ich habe ein winzig kleines Kräuterbeet in einem Blumenkasten auf meinem Balkon, darin ein Lavendelstrauch, der einen Hauch von Lila rüber wehen lässt, wenn ich mit meinem Aperol Spritz in meinem Liegestuhl liege und es mir gut gehen lassen.
Hätte ich einen Vorgarten, er wäre ein Lavendelfeld.
Die Arbeit müssten selbstverständlich andere machen.

Profilbild (Mittel)
Eine Freundin von mir schwört, dass die gelungene Verführung des Mannes ihrer Träume einzig und allein der Farbe Lila und ihres gekonnten Einsatzes zu verdanken sei! Nun bleiben ja bekanntlich Männer besonders gern bei ihrer einmal gefassten Meinung und dazu gehört sowas wie ein zumindest leise gemurmeltes „Ach, lila…letzte Versuchung…“.

Dieser spezielle Fall jedoch liegt Jahre zurück, die Frau war jung, und der Mann hatte dunkle Locken und konnte himmlisch Klavier spielen. Die Voraussetzungen für ein Zueinanderfinden waren also durchaus gegeben. Nur leider war der Mann ahnungslos, die Frau jedoch vorausschauend und klug und sie verstand es ihr gemeinsames künftiges Glück zu erkennen und ein wenig an zu schieben. Eine Verabredung zum Abendessen bot Gelegenheit zu Zweisamkeit und gemeinsamem Genuß. Die junge Frau hatte für all´ die wunderbaren Dinge gesorgt, die die Sinne anregen und erfreuen. Kaviar, rosa gebratenes Filet, Auberginen, Brombeeren, Himbeeren, dunkle Weintrauben, Heidelbeertörtchen, Amarone – Wein, Rose-Champagner und berauschende Blütenträume in allen Farbabstufungen von Violett. Die hinreißend tragische Musik von „Blue Velvet“ soll ein Übriges getan haben…. Der junge Mann hatte verstanden.

Ob fliederfarbene Spitzenunterwäsche zum Einsatz kam, bleibt das Geheimnis der Liebenden bis zum heutigen Tag. Und wenn sie nicht gestorben sind…

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