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Dekadenblick … Bier

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Ursel Braun

Ich trinke Wein. Bier schmeckt mir nicht. Bei Bier denke ich ans Oktoberfest, wenn Busladungen voller Norddeutscher, verkleidet in Krachlederne, Dirndl und grüne Filzhüte, gen Süden rollen, um ein Wochenende lang in München auf den Tischen zu tanzen. Ich denke an das Hofbräuhaus und die Inschrift im Mauerbogen “Durst ist schlimmer als Heimweh”, an Chinesinnen, die schunkeln und kichernd Fotos knipsen von den dicken, schwitzenden Menschen, die mit ihren wurstigen Fingern einen Humpen stemmen, während die Blaskapelle “Ein Prosit der Gemütlichkeit” trötet. Ich denke an einen Sommermorgen in einem Münchner Biergarten mit einem ganz besonderen Frühstück. Bei “Würstel Hunger”. Zwei Stück Münchner Weißwurst mit einer Brezn und Hausmachersenf. Für 5.10 Euro. Ich hätte zu einer Tageszeit, an der ich sonst frühstücke, auch schon knuspriges Bierbratl mit Kartoffelsalat bestellen können oder Schweinswürstel mit Sauerkraut. Dummerweise bestellte ich auch “oa Moaß”. Nach deren Genuss war ich so sternhagelvoll, dass mir nichts anderes übrig blieb, als mich sofort ins Bett zu legen. Am helllichten Tage, das muss man sich mal vorstellen! Nein, Bier ist nichts für mich. Höchstens mal ein Malzbier. Prost!
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Tanja Bültmann

Ich war immer Biertrinkerin, wenn es auf die Piste ging. Gerade im Sommer ist doch ein kuehles Bier wirklich eine nette Sache. In der Sonne und mit Freunden beim Grillen im Garten. Da kann man es sich gut gehen lassen. Und das sehe ich auch immer noch so. Mittlerweile aber bin ich doch eher dem Weinlager zugehoerig.

Und woran liegt das? Daran, dass ich im Ausland lebe!

Zuerst war da Neuseeland. Da gibt es zwar auch durchaus akzeptables Bier, aber eben kein wirklich tolles. Und dann natuerlich Steinlager! Absolut indiskutabel und eines der schrecklichsten Biere, dass ich je getrunken habe, getoppt hoechstens von Heineken, denn bei dem faellt mir so gar nichts mehr ein.  Auf der Weinebene sieht es in Neuseeland aber eben ganz anders aus, denn Weine aus Neuseeland sind einfach eines: herrlich! Selbst bei weniger teuren Weinen ist es schwer, so richtig daneben zu greifen. Ich war auch ganz begeistert von der Entdeckung der Weinflasche ohne Korken! Endlich hatte die Rumstocherei im Flaschenhals ein Ende!

Und nun, in England? Da muss man sich mit Ales und Bitters rumschlagen. Davon gibt es einige sehr leckere, keine Frage. Gerade hier in meine momentanen Heimat. Viele trinken kann man davon aber nicht. Und zwar nicht, weil sie so schwer sind, nein. Ihnen fehlen einfach die ‘bubbles’ aus der Kohlensaeure – alles etwas flach, die Sache, und daher einfach nicht so ‘sueffig’.

Und so muss ich sagen: beim Bier bin ich wirklich sehr gerne absolut Deutsch! Und wenn das nicht geht? Dann eben lieber den Wein.

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Bier weltweit – hier ein Festival Beer in Hue, Vietnam.

Cerstin Henning

Ich gehöre einer Minderheit an, denn ich mag kein Bier. Mochte ich noch nie. Dummerweise lebe ich in Köln und in dieser Stadt ist das keine Option. “Trinkt kein Bier” kommt im kölschen Sprachgebrauch nicht vor. So tolerant der Kölner / die Kölnerin an sich auch sein mag, wenn es um Kölsch geht, verstehen sie keinen Spaß. Versuche, in einer Kölschkneipe Wasser, Wein oder gar Apfelschorle zu bestellen, werden mit zynischsten Antworten quittiert, von denen “Gruß vom Müttergenesungswerk” noch die harmloseste ist.

Damit ich überhaupt irgendetwas zu trinken bekomme, habe ich es mir angewöhnt, Colabier zu bestellen. Heißt in Köln Drecksack und so fühlt man sich auch, wenn man versucht, einen zu bekommen. Eigentlich ist das fast noch schlimmer als Wasser, Wein oder Apfelschorle, glaube ich. Ich mag auch keine Cola, aber in Kombination mit Bier wird für mich daraus etwas akzeptabel Süßes und betrunken macht es auch, wenn die Menge nur groß genug ist.

Dass mein Leben in Köln trotz Colabierfaible überhaupt erträglich ist, verdanke ich Marc, Stephan, Michael, Dirk und vor allem Svetlana. Mit einer Selbstverständlichkeit, die in Köln an ein Wunder grenzt, bestellen die Jungs das dreckige Getränk für mich mit, stoßen mit mir an und gehen – wenn es ganz bitter ist und der Kellner mich Karneval im Wirtz mal wieder stundenlang auf dem Trockenen sitzen lässt – sogar zur Theke, um mir eine Cola zum Mischen zu besorgen. Mit einer noch größeren Selbstverständlichkeit bekomme ich von Sveti in der Ubierschänke kaum habe ich die Schwelle übertreten ein perfekt gemischtes Colabier in die Hand gedrückt.

Das nenne ich Minderheitenschutz.

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Sveti – weltbeste Kellnerin mit Herz für Anderstrinkende…

Ute Knaup

Schützenfestbier, eher warm als kühl, leicht abgestanden, in schlecht gespülten Gläsern, schnell hinunter gestürzt, Lalleffekte und langes Anstehen vor der Damentoilette…Bier mit “Apfelsinchen”, dieser herrlich süßen und orangerot gefärbten Limonade, sah gut aus, gab einem das Gefühl, nicht zuviel Alkohol zu konsumieren und schmeckte lange Zeit köstlich.Das war einmal… Klüger und älter geworden, genieße ich das kleine Bier als Auftakt zu einem ausgiebigen Essen im Sommer und wähle eindeutig die eher herbere Sorte. Aber es bleibt dabei, Wein zum Menue.

Beim Weizenbier ist alles anders. Das gehört zum Sommer und schon das Einschenken verstärkt die Vorfreude. Mit Zitronenscheibe, mit oder ohne Alkohol, ein toller Durstlöscher und Genuss. Am besten draußen im Biergarten, der seinen Namen verdient!

Berliner Kindl geht auch! Am besten in Berlin mit Berlinern!
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Berliner Kindl, unscharf.

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