Das Yoga-Wunder

Nach seliger Nachtruhe steht fest: Man braucht ein Boxspring-Bett. Man braucht bodenlange, doppelt genähte, wattierte Vorhänge, die keinen Lichtstrahl durchlassen. Man braucht einen 64 Hektar großen Park und das Zwitschern der Vögel als Weckruf.

Der Tag beginnt mit „Millionärs-Schwimmen“. Ich ganz allein beim Sonnenaufgang am Swimming-Pool. Doch halt, da kommt schon eine der netten Damen von gestern Abend angeschwommen! Danach genießen wir ein königliches Frühstücksbuffet, sodass wir die traurigen Kartoffeln von gestern Abend nie wieder erwähnen wollen.p1120039

Zum Yoga treffen wir uns um 9 und 15 Uhr jeweils für zwei Stunden in der Orangerie. Wir rollen unsere Matten unter fünf mächtigen Kronleuchtern aus, während uns die Ahnen der gräflichen Familie aus ihren Bilderrahmen zuschauen. Im Fersensitz beugen wir uns mit gestreckten Armen nach vorne, legen den Kopf auf dem Boden ab und summen ein Mantra. Maya erklärt, das Thema des Tages sei, das eigene Ego nach und nach zu überwinden, Angst und Zweifel loszulassen und durch Vertrauen und Balance zu ersetzen. Das Warm-Up im Schneidersitz besteht aus Atemübungen in Kombination mit wiegenden und kreisenden Bewegungen des Kopfes, des p11201372Nackens und der Wirbelsäule. Eine Menge Sauerstoff gelangt in den Körper, Endorphine werden ausgeschüttet, die inneren Organe werden massiert. Ein Hochgefühl bei gleichzeitiger tiefer, innerer Ruhe stellt sich ein. Andere effektive Übungen folgen. Dazu setzt Maya ihre eigene Musik ein, kraftvolle Klänge mit Worten aus dem Sanskrit.

Am Nachmittag stehen Fusion und Cross-Over im Vordergrund. Im Schneidersitz führen wir mit den Armen zu schnellen, lauten Trommelklängen Boxbewegungen aus, drehen uns zu Sufi-Klängen um die eigene Achse, merken nicht mehr, wie die Zeit vergeht. Flow stellt sich ein. Und was macht das mit mir? Es macht mich rundum glücklich.

Was ist Mayas Rezept? Warum kann ich mich bei ihrer Methode so gut fokussieren? Das frage ich nach der Sitzung den Quotenmann. „Ist doch klar.“, sagt er. „Es sind vier Dinge. Es ist die Kombination aus Bewegung, Meditation, Musik und Dir, denn Du bist es, die es zulassen muss.“

1 Comment

  1. ute
    29/04/2013 / 21:11

    …siehst du: Der Mann weiß wieder mal Bescheid!

    LG Ute

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