Dekadenblick … Comfort Food

P1100656Wir 4 IKNMLO-Bloggerinnen haben ein richtig spannendes Hobby: Wir lieben es zu essen. Heute geht es um die kulinarischen Begegnungen unseres Lebens, um Gerichte, an die wir unsere Herzen verloren haben. Sie schmecken nach guter Laune und nach Kindheitserinnerungen. In stressigen Zeiten sind sie Nervennahrung und Trostmahlzeit. Sie sind himmlisch kalorienreich und zum Teil herrlich altmodisch. Jetzt, in den kalten Wintermonaten sind sie die perfekten Seelenwärmer. Ja, unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit gestehen wir Euch: Wir sind die Anonymen Comfort Food – Süchtigen.

DSC04644Kartoffelpüree!!! Es ist DAS Allheilmittel, seit meine Mutter es in meiner Kindheit kochte, wenn es jemandem in der Familie schlecht ging. Kartoffelpüree mit Rührei und Kopf-Salat, wobei die Salatblätter in einer süß-sauren Soße schwammen, die wir bis heute „Müttersoße“ nennen. Sie wird aus Sahne, Zitronensaft und viel weißem Zucker angerührt. Warum eignet sich Kartoffelpüree so gut zum Gesundwerden? Nun, es ist so schön warm und weich. Außerdem muss es nicht gekaut werden, nur geschluckt, und schon rutscht es bis unten durch. Das ist gut, wenn man ein bisschen krank ist. Denn dann darf man auch ein bisschen faul sein. Kauen oder gar Abbeißen wäre schon viel zu anstrengend. Oder lange Wörter aussprechen, weshalb man ja auch zu meinem comfort food immer nur Kartoffelpü sagt.

Und hier ist mein Kartoffelpü-Rezept – für eine Person:
4 Kartoffeln, auch gerne Süßkartoffeln, schälen, vierteln, in Salzwasser weich kochen. Das Salzwasser abgießen, die Kartoffeln mit dem Kartoffelstampfer stampfen, Sahne und etwas Butter zugeben, dazu Salz, Pfeffer und frisch geriebene Muskatnuss.

Schmeckt perfekt mit Rührei und ein paar Trüffelscheibchen. Hm, jetzt bin ich aber schön hungrig!

tanja2Auf dem platten Land in Ostwestfalen sind meine Wurzeln zu finden, und daher kommt auch mein ultimatives comfort food: Kohlrouladen von meiner Oma. Besser geht nicht! Grundsaetzlich ueberhaupt jeder Kohl. Aber vor allem Grünkohl. Und Linsensuppe. Yummy. Interessanterweise alles Gerichte, die sich vor allem im Winter gut machen. Auf der suessen Seite finden sich der Apfelkuchen meiner Mutter und der Kaesekuchen von Kerstin.

So viel zu Deutschland, denn die Krux fuer mich ist, dass es kein universelles comfort food gibt! In Grossbritannien liebe ich den Moehrenkuchen. Eigentlich jeden. Und ein guter Sunday lunch ist schwer zu schlagen. Und ueberhaupt: steamed pudding oder crumble: ich finde die Briten koennen es! Und zwar – entgegen der gelaeufigen Meinung – richtig gut. Comfort jedenfalls kommt bei mir sofort, wenn der crumble serviert wird. In Schottland: haggis! Wirklich!! In Asien natuerlich meine heissgeliebten xiaolongbao. Ueberhaupt: dim sum macht sich gut. Aber Sushi folgt mit schnellen Schritten. Und in Neuseeland? Oh, kumara. How I miss you!

DSC04646 Die Hühnersuppe und der Streuselkuchen meiner beiden Omas, Grünkohl von meiner Mama und Stephans Frikadellen, das alles fällt mir als erstes ein, wenn ich über Essen nachdenke, das mich glücklich macht. Doch als Kind des Ruhrgebiets gibt es noch ein Gericht, das es für mich mit jedem Sternemenü aufnehmen kann, das mich erdet, glücklich und zufrieden macht, wie sonst kein anderes. Das erste, nach dem es mir nach langen Auslandsaufenthalten gelüstet, das Gericht, das mich mit meinen Wurzeln vereint: Currywurst, Pommes, Mayo.

Besuche bei meinen Eltern werden für Abstecher zu Speckmann (OMG, Speckmann hat eine eigene Internetseite!!!) genutzt, auf dem Weg zu meiner Schwester geht es bei Dönninghaus (ja, genau, die aus dem Grönemeyer-Lied) vorbei, denn als Wahlkölnerin ist es gar nicht so leicht, an den Stoff zu kommen.
Culux – Currywurst deluxe ist zur Zeit meine beste Alternative mit wählbarem Schärfegrad (sehr scharf!), Gourmetsaucen (Wasabi-Mayo!) und Basiswurstauswahl (Biogeflügelbratwurst!).

Ach ja, ich kenne niemanden, der ernsthaft Pommes Schranke oder CuPoMa sagt, und das ist auch gut so. Und ja, ich habe die Berliner Currywurst probiert, mehrfach, und nein, ich finde, die geht gar nicht.

Profilbild (Mittel)Als Kind reichte sie mit meine Oma einzeln und abgezählt durch´s Küchenfenster nach draußen. Auf Familienfeiern standen die Salzstangen in kleinen goldenenDrahtkörbchen auf dem Tisch und ich dippte sie vorsichtig in ein Schnapsgläschen mit Eierlikör. Zu dieser Zeit muss der Grundstock für meine Abhängigkeit gelegt worden sein, denn auf den Eierlikör habe ich mittlerweile verzichtet, aber von den salzigen Stangen komme ich nicht los! Wochenlang lebe ich abstinent, aber an manchen Abenden, gemütlich auf dem Sofa liegend, fällt es mir schwer aufzuhören und ich greife zu, zerbeiße die knackigen Laugenstangen und lasse die Salzkörnchen auf der Zunge zergehen.Und jetzt im Herbst ist es wieder soweit: Nur wenige Eingeweihte wissen es, nutzen ihr Hoheitswissen erbarmungslos aus und versäumen es nicht mir im Oktober/November – den harten Winter vor Augen – große Schachteln mit Mon Cherie zu schenken! Nur sehr selten gelingt es mir, diese herrlichen rosaroten Verpackungen und die Verheißung ihres wohlschmeckenden Inhalts aus den Augen zu verlieren oder gar darauf zu warten, sie Gästen anzubieten! Denn die Krönung des Vergnügens ist es, die dunkle schokoladige Ummantelung der kleinen alkoholgeschwängerten Kirschen zu zerbeißen, diese köstliche Mischung zu genießen und – danach – weiter Salzstangen zu essen!

Möglicherweise beruht diese Erzählung nicht auf wahren Begebenheiten, und Ähnlichkeiten mit lebenden Personen, die sich über die Zunahme des Taillenumfangs beschweren, sind, obwohl naheliegend, wahrscheinlich rein zufällig.

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