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Bruno and the City

BrunoIm weißen, wohlhabenden New York rund um den Central Park sieht man mehr Menschen mit Hunden als mit Kindern. Die Hunde sind natürlich reinrassig und entweder rabenschwarz oder schneeweiß. Genau gesagt handelt es sich gar nicht um Hunde, sondern um Hundedarsteller: Riesenpudel mit hochartifiziellen, buchsbaumartigen Ringen am ganzen Körper oder klitzekleine Sofakissen auf kurzen Beinchen.

Eigentlich ist mir das egal, denn eigentlich mag ich keine Hunde. Hunde riechen. Hunde beißen, bellen, springen einen an und lecken an einem herum.

Dann kam dieser Bruno, und was danach geschah, wird mir zu Hause keiner glauben, der mich je mit einem Hund konfrontiert sah.

Bruno ist anders. Ein bunter Hund sozusagen, ein Mischling, ein Drittel Beagle, ein Drittel Basset, ein Drittel undefinierbar. Beim ersten Treffen war ich, gelinde gesagt, skeptisch. Ich wusste, Bruno stammt aus dem Tierheim, und da weiß man ja nie. Zwei Tüten mit Lekkerli hatte ich ihm aus Deutschland mitgebracht, um die für mich unberechenbare Kreatur zu bestechen und mir wohl gesonnen zu machen. Oder ganz ehrlich, um zu verhindern, dass er mich anfällt und verschlingt. Bei der Erstbegegnung wollte ich dem Tier gleich klar machen, dass ich über das „master gene“ verfüge. Einen eisigen Blick wollte ich ihm zuwerfen, mit strenger Stimme „Sit!“ rufen und erst dann ein Plätzchen übergeben, wenn der Hund unterwürfig vor mir in die Knie gegangen wäre. Doch als diese kleine, dicke, bunte Wurst auf vier Beinen angewatschelt kam – gut, er sprang ein bisschen rum und bellte kurz, aber dabei guckte er gutmütig und neugierig – rührte er schon bald mein Herz. Wie kam es, dass er mich schon am zweiten Tag kannte und dass er sich so freute, dass er sich immer gleich setzte und auf sein Lekkerli wartete, dass er so warm und mollig war, dass er so gut roch?

Dann entdeckte ich auf meinen Streifzügen durch die Stadt diese Hundegeschäfte. Es gibt sie in New York jeder Form, in groß als Supermarkt und in klein als Edelboutique. Der Hundefreund bekommt hier für seinen Vierbeiner alles vom kleinen Chanelkostüm mit passenden Schuhen über Spielzeug bis zum Halloween-Kostüm . Dort fand ich das Geschenk für Bruno. „With a quietsch“ müsse es sein, hatte seine Besitzerin gesagt. Leider gehöre ich zu diesen Schenkenden, die bei einem Präsent eher an sich selbst als an die zu Beschenkenden denken. Für Bruno fand ich eine Louis Vuitton-Handtasche aus braunem Fell mit beigem Griff, einseitig bestickt mit goldenen LV Initialen, so herrlich niedlich, dass ich sie gerne für mich selbst behalten hätte. Die Übergabe verlief sensationell. Bruno entdeckte „the quietsch“, veranstalte ein Dauerkonzert und geriet außer sich vor Freude. Seitdem legt er die Handtasche nicht mehr aus dem Maul. Bruno, der Handtaschen-Afficionado. Mein Seelenverwandter.P1090928

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