Mauve iknmlo BoJack BoCouture Clarins ü40 Blog ü50 Modeblog ü60 Fashionblog

8. Ladies Lunch bei Annabelle Gräfin von Oeynhausen-Sierstorpff

11149258_871648279560095_7715778272222443468_n[1] (Valerie Hindrichs, Bielefeld; Sabine Cohausz, Max Mara Köln; Ursel Braun. Foto: Renate Blumentrath)

Rasant geht es heute zu auf der sonst so beschaulichen Landstraße nach Bad Driburg. Mein kleines Auto aus Schwedenstahl wird in einer Tour schnittig überholt. Bentleys, Porsches, Mercedes Cabrios. Am Steuer Damen in style. Sie alle sind auf dem Weg zum Ladies Lunch bei Annabelle Gräfin Oeynhausen-Sierstorpff.

Ein Ladies Lunch ist kein Spaziergang. Man isst nicht einfach gemütlich zusammen, sondern man macht auf sich und seine „Projekte“ aufmerksam und netzwerkt. Schließlich sind Chefredakteurinnen und Industriellengattinen da, dazu etliche Fotografen und eine Kamerafrau vom WDR. Deren Linsen und Objektive richten sich auf die Damen, die den höchsten Promi-Faktor haben, am gekonntesten posieren, am strahlendsten lächeln oder die ihre Kleidung strategisch besonders geschickt einsetzen. Beliebtes Stilmittel ist Großblumiges zur koffergroßen It-Bag in Leuchtfarben zum 15 cm hohen Stiletto.

Ich trage Schwarz zum 5 cm Blockabsatz und fühle mich trotzdem wohl. Es liegt an der charmanten, champagnerlaunigen Gastgeberin. Sie beherrscht die Kunst, jeder Dame das Gefühl zu geben, dass sie sich gerade über ihr Kommen ganz besonders freue. Ihren Lunch komponiert sie jedes Jahr wie ein Gesamtkunstwerk. Elegante Inneneinrichtung, Blumenschmuck, Kerzenbeleuchtung, handgeschriebene Menükarten, ausgeklügelte Sitzordnung, kulinarischer Genuss, perfekter Service – alles ist aufeinander abgestimmt und vermittelt den Eindruck vollendeter Harmonie.

Höhepunkt der Veranstaltung ist eine Fashion Show der Luxusmarke AKRIS aus St. Gallen, die seit Jahren zum Aufregendsten zählt, was die Mode zu bieten hat. Chefdesigner Albert Kriemler, der sich immer wieder von Kunst anregen lässt, fand die Inspiration für Teile der aktuellen Kollektion im Museum, in einer Ausstellung des russischen Avantgardisten Kazimir Malevich. Dessen künstlerische Farb- und Formensprache überträgt Kriemler in Stoffe. Er verwendet Malevichs berühmtes schwarzes Quadrat auf weißem Grund, indem er z.B. Quadrate aus schwarzem Georgette auf durchsichtigen schwarzen Seidentüll appliziert. Ein weiteres interessantes Stilmittel ist eine gitterartig gearbeitete St. Gallener Spitze, aus der er Hosen, Kurzparkas, Blousons und Mänteln schneidert, die puristisch, leicht und luftig wirken. Mein Lieblingsoutfit: ein himbeerroter Leder-Bolero zum himbeerroten Kleid. Alle Modelle wurden mit Akris-Handtaschen, darunter die wunderschöne Trapeztasche mit dem Namen Ai, und zumeist flachen(!) Schnürschuhen kombiniert.

Albert Kriemler zeichnet sich durch eine feinsinnige, distinguierte Handschrift aus. „Ich möchte stets, dass man die Frau wahrnimmt, die einen Raum betritt, deren Persönlichkeit – und nicht den Mantel, den sie trägt.“, so drückt es Kriemler aus. Ein zeitloses, selbstverständliches und unaufgeregtes Bekleidungskonzept. Auch die Damen im Publikum, deren Auftritt wie ein Gegenentwurf zu Kriemlers Mode wirkte, waren begeistert.
[flagallery gid=114 w=670 h=500]

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .